Menschenrechte am Eingang im Zweifelsfall lieber über Bord werfen!

Zu unserem gestrigen Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg organisierten wir als Faninitiative Bochum wie gewohnt einen Fanbus, welcher sich durchgehend einer völlig bunten Zusammensetzung an Mitfahrern erfreute.
Mit Eintreffen am Gästeparkplatz des Max-Morlock-Stadions, wurde man wie so häufig bereits von den eingesetzten Polizeikräften erwartet und machte sich auf den Weg zum Gästeblock.
Der durchweg positiven Stimmung auf der Anreise, sowie des gelungenen Auswärtssieges unseres VfL‘s, verlieh jedoch eine haarsträubende Situation an den Einlasskontrollen einen faden Beigeschmack, welche wir so nicht unkommentiert lassen wollen.

So mussten sich zwei weibliche VfL-Anhängerinnen im Anschluss an die bereits absolvierten Einlasskontrollen einer plötzlichen und völlig unverständlichen Ganzkörperkontrolle durch die eingesetzte Polizeikräfte unterziehen. Welche Sinnhaftigkeit und Absicht hinter dieser Maßnahme stecken sollte, blieb sowohl den Betroffenen, als auch anderen Fans auf Nachfrage vor und nach der Maßnahme verwehrt. Unter dem Druck und der Aussage, dass diese Kontrolle eine zwangsläufige Anordnung und gängige Praxis sei und nicht Befolgen einen Verweis des Stadions sowie weitere Konsequenzen mit sich führen würde, beugten sich die Betroffenen und folgten von mehreren Beamten begleitet dieser Maßnahme im Vorraum der Damentoiletten. Die anschließende Kontrolle erfolgte nach dem Entleeren sämtlicher Taschen durch ganzkörperliches und übertriebenes Abtasten ohne jegliche außergewöhnliche Funde.
Neben den absolut fragwürdigen Prozedere, welches hier an den Tag gelegt wurde, bleibt ebenso die fehlende Rechtsaufklärung sowie ausgesprochene Drohungen als absolut fragwürdig festzuhalten. Gerade nach den jüngsten Ereignissen von Gastspielen deutscher Bundesligisten im Ausland und den damit verbundenen Herabwürdigungen, welche Fußballfans über sich ergehen lassen müssen, um ihre Mannschaft im Stadion verfolgen zu dürfen, gilt es diese Geschehnisse erst Recht zu hinterfragen und kritisch zu betrachten. Denn Fairplay und Antidiskriminierung auf dem Platz und der Tribüne darf nicht an den Stadioneingängen über Bord geworfen werden!