“Sicheres Stadionerlebnis”

Am 12.12. verabschiedeten die Vertreter der 36 Bundesliga-Vereine in Frankfurt 16 einzelne Anträge, die unter dem Namen “Sicheres Stadionerlebnis” zu einem Konzept zusammen gefasst sind. In den Wochen davor hatte es von Seiten aller deutschen Fanszenen massive Proteste gegen eine erste Version
des Konzeptes gegeben, angeführt und organisiert von dem Bündnis “12:12 - Ohne Stimme, keine Stimmung”. Neben dem eigentlichen Inhalt des Konzeptes wurde auch scharf kritisiert, dass das Konzept ohne jegliche Beteiligung der Betroffenen, der Fans, entwickelt wurde.
Im Zeichen der anhaltenden Fan-Proteste änderte sich langsam die Darstellung des Konzeptes und der Situation in den Stadien in den Medien: Beim Nachrechnen von Statistiken stellte sich heraus, dass Bundesligaspiele in deutschen Stadien zu den sichersten Großveranstaltungen überhaupt zählen, und dass auch kein Anstieg von Gewalttaten in der jüngeren Vergangenheit zu verzeichnen war. DFB und DFL entwickelten unter dem öffentlichen Druck dann ein neues, aus 16 Einzelanträgen bestehendes Konzept. Leider auch diesmal ohne eine adäquate Beteiligung der Betroffenen. Der Schwerpunkt der inhaltlichen Kritik an dem neuen Konzept durch das Bündnis “12:12” liegt auf der immer noch offen gehaltenen Option der “Personenvollkontrollen”, und der Möglichkeit der Reduzierung des Kartenkontingents für die Gäste durch den Heimverein. Auch tritt das jetzt verabschiedete Konzept weiter für “kollektiv wirkende Strafen” ein, die gleichzeitig zu täterorientierten Ansätzen verfolgt werden sollen.
Ein eigenes Urteil zum neuen Konzept “Sicheres Stadionerlebnis” könnt ihr euch am besten und im Grunde nur dann bilden, wenn ihr euch die 16 Anträge selbst durchlest. Ihr findet das “Sichere Stadionerlebnis” hier. Stellungnahmen des Bündnis “12:12 - Ohne Stimme, keine Stimmung” findet ihr hier. Da jeder Fan betroffen ist, lohnt es sich “mit Sicherheit”, sich seine Meinung selbst zu bilden! In diesem Online-Artikel der WAZ wird die in der Diskussion häufig zitierte Statistik der ZIS hinterfragt, und in diesem Interview analysiert Prof. Feltes von der RUB aus wissenschaftlicher Sicht das Verhalten des DFB, insbesondere im Zusammenhang mit der Verhängung von Stadionverboten.